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Presseberichte
Zitat aus Der neue Tag, 30. Juli 2001:

Ein "genetischer Zwilling" ist Sonjas letzte Hoffnung

Die 19-jährige Weidenerin hat Leukämie – Firma Witt finanziert
Typisierungsaktion – Fast 400 Mitarbeiter wollen der jungen Frau helfen

Weiden. (ps) Mit 18 Jahren fängt das Leben in der
Regel richtig an. Nicht so für Sonja Schulze. Für
die Weidenerin brachte es in diesem Alter eine
Hiobsbotschaft: Leukämie. Seit fast zwei Jahren
besteht das Leben der jungen Frau aus Kranken-hausaufenthalten
mit langwieriger Chemotherapie,
aus häufigen Schmerzen, Erschöpfung,
Haarausfall und all den anderen Begleiterscheinungen,
die die Lebensqualität auf ein Minimum
reduzieren. Abgesehen von der Angst, dass man
dieses Leben verlieren könnte. Wie kommt eine
mittlerweile 19-jährige junge Frau mit dieser
Aussicht zurecht? Wie lebt eine Mutter mit der
Angst, möglicherweise ihre Tochter zu verlieren?
"Sonja ist stärker als ich", gesteht Roswitha
Schulze mit leicht zitternder Stimme. "Sie weiß,
dass sie sterben wird, wenn kein Spender gefunden
wird. Sie kann damit umgehen. Ich nicht."
"Schicksal löst große Betroffenheit aus"
Natürlich versucht die Mutter alles, um diese
schlimmste aller Möglichkeiten zu verhindern.
Und sie erhält dabei tatkräftige Unterstützung
von ihrem Arbeitgeber und ihren Kollegen. "Das
Schicksal von Sonja Schulze hat bei uns große
Betroffenheit ausgelöst", sagt Heiner Herzig,
Personalleiter der Firma Witt. Als die Mutter –
unterstützt von Betriebssanitäterin Betty Klein
und Sozialpädagogin Maria-Luise Schindler von
der Caritas – bei ihm wegen einer Blut-Typisierungsaktion
vorsprachen, hat er deshalb spontan
die Unterstützung der Firma zugesagt. "Wir haben
mit rund 200 Teilnehmern gerechnet und waren
bereit, die Kosten dafür zu übernehmen.
Tatsächlich kamen am Aktionstag aber 382
Mitarbeiter. "Das ist ein tolles Zeichen für die enge
Verbundenheit der Mitarbeiter und den guten
Geist, der in unserem Hause herrscht", freut sich
der Personalleiter. 100 Mark kostet eine Typisierung
pro Person. Das Versandhaus hat für die
Blutabnahmen also fast 40 000 Mark bezahlen
müssen. Herzig winkt ab: "Für die Geschäftsleitung
ist dieser Betrag sicherlich das Geld, das wir
bisher am liebsten ausgegeben haben."
Am Aktionstag selbst lief alles wie am Schnürchen:
Betty Klein hatte alles generalstabsmäßig
vorbereitet. Betriebsärztin Dr. Eva Winter erhielt
zudem Unterstützung von zwei Helferinnen
und Dr. Renate Kersten-Nickl. Die Resonanz hat
der Vertreterin der Deutschen Knochenmarkspenderdatei
(DKMS) Tübingen ungeheuer im-
poniert, erzählt Herzig. "Sie war begeistert von
der enormen Hilfsbereitschaft und hat gesagt,
dass derartige Aktionen in der Oberpfalz besonders
starke Unterstützung finden würden."
Er hat selbst kräftig die Werbetrommel gerührt,
und darauf hingewiesen, dass eine Kno-chenmarkspende
nicht mit einer Rückenmarkspende
verwechselt werden dürfe und in Nürnberg
sogar ohne Operation vorgenommen werde.
Das Ergebnis der Auswertung wird erst in zwei
Monaten vorliegen. "Die Chancen einen genetischen
Zwilling zu finden, sind sehr gering, weil
Sonja sechs sehr seltene Gewebemerkmale hat",
berichtet Herzig. "Natürlich hoffen wir, dass die
Aktion ein gutes Ende findet."
"Ein Urlaub wäre viel zu anstrengend"
Roswitha Schulze hofft und bangt ebenfalls.
Sie will ihrer ältesten Tochter – Sandra ist 14 Jahre
– das Leben so angenehm wie möglich machen,
und sucht nach einer sonnigen Wohnung mit Balkon
oder Terrasse, möglichst am Hammerweg.
"Da ist Sonja aufgewachsen." Zwei kleine Pudel,
an denen die Töchter sehr hängen, haben bisher
potenzielle Vermieter abgeschreckt.
Hochs und Tiefs wechseln sich bei Roswitha
Schulze in schneller Folge ab. Die Typisierungsaktion
war ein Hoch. Die letzte Chemotherapie
von Sonja ein Tief. "Die Behandlung hat monatelang
nicht angeschlagen. Erst seit eineinhalb
Wochen steigen die Blutwerte. Das macht mir
wieder Hoffnung. Ich will mit Sonja irgendetwas
unternehmen, vielleicht einen Ausflug an einen
See. Das wäre schon ein Riesenerlebnis. Denn
richtiger Urlaub ist viel zu anstrengend für sie."

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