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Presseberichte
Zitat aus Nürnberger Zeitung, 23. April 2002:

Nord-Klinikum richtet ab heute regelmäßige Termine für Knochenmark-Spenderdatei ein

Ein kleiner Piks kann fremdes Leben retten

Kampf gegen die Leukämie - Eine Blutprobe reicht zunächst, um Daten zu gewinnen und zu erfassen

Ab heute nimmt das Nord-Klinikum immer dienstags für die Aufnahme in die "Deutsche Knochenmarkspenderdatei" (DKMS) Blut ab. "Das ist ein weiterer großer Schritt für an Leukämie erkrankte Patienten", betonte Privatdozent Hannes Wandt bei der Bekanntgabe dieses Spendetermins.

In Deutschland erkranken jährlich rund 4000 Menschen an Blutkrebs (die Hälfte davon Kinder und Jugendliche). Weil vielen dieser Patienten mit der klassischen Chemotherapie nicht geholfen werden kann, bleibt als einzige Möglichkeit die Stammzelltransplantation, erläuterte Wandt: "Für eine Erfolg versprechende und damit Leben rettende Spende müssen die Gewebemerkmale von Patient und Spender jedoch nahezu vollständig übereinstimmen." Dies gleiche zwar der Suche nach einer Stecknadel im Heuhaufen. Wenn aber der "genetische Zwilling" einmal gefunden ist, dann sind die Heilungschancen gut, betonten Wandt und seine Kollegin, die Ärztin Kerstin Schäfer-Eckart.

Doch damit erwächst ein neues Problem: Höchsten 25 bis 30 Prozent der Patienten finden einen geeigneten Spender innerhalb der Familie. Der größte Teil ist daher auf einen Fremdspender angewiesen. Deshalb ist es notwendig, dass sich möglichst viele Menschen in der "Deutschen Knochenmarkspenderdatei" als potenzielle Spender erfassen lassen. Die dort gesammelten Daten lassen schnell erkennen, ob ein passender Spender für einen akut erkrankten Patienten zur Verfügung steht.

In der DKMS, dem größten Register seiner Art weltweit, sind derzeit gut 875 000 potenzielle Stammzellenspender registriert; in allen Karteien rund um den Globus sind es inzwischen etwa acht Millionen Spender. Der Anschub für die DKMS ging übrigens vom Klinikum Nürnberg aus. Privatdozent Wandt und Prof. Walter Michael Gallmeier, heute Ressortleiter Kliniken am Klinikum Nürnberg, begrieben vor gut zehn Jahren über die Deutsche Krebshilfe den Datei-Aufbau nachhaltig. Die DMKS-Datei sei "das Rückgrat der Transplantationsarbeit im Klinikum", sagte Gallmeier. Das Entnahmezentrum im Nord-Klinikum sei "eines der wenigen, die zertifiziert und auch international anerkannt sind".

Wie funktioniert das alles? Am Anfang steht ein kleiner Piks und eine kleine Spende Blut, ca. zehn Milliliter, anhand derer die Gewebemerkmale bestimmt und dann zentral gespeichert werden. Diese Prozedur, verbunden mit Aufklärung und einem Gesundheitscheck, wird auch bei dem neuen Blutabnahmetermin im Nord-Klinikum durchgeführt. Potenzielle Spender sollten zwischen 18 und 55 Jahre alt sein.

Wird ein registrierter Spender zur Spende gebeten, dann gibt es zwei Möglichkeiten, so Wandt: einmal die Knochenmark-Entnahme unter Vollnarkose aus dem Beckenknochen - und nicht(!), wie häufig angenommen, aus dem Rückenmark. Diese Methode wird nur noch in etwa 20 Prozent der Fälle vorgenommen. Zum anderen die "periphere Blutstammzellen-Entnahme", die seit 1988 angewandt wird: Dem Spender wird über mehrere Tage ein körpereigener Wachstumsfaktor verabreicht. Ähnlich wie bei einer Blutspende werden anschließend Stammzellen über ein spezielles Verfahren aus dem Blut (z. B. der Armvene) entnommen und dem Patienten direkt zugeführt. "Damit wird dem Leukämiepatienten das Immunsystem transplantiert", beschreibt Johannes Wandt das Verfahren. Der bisherigen Erfahrung nach kommen etwa zehn Prozent der erfassten Spender in die Lage, für eine Spende eingesetzt zu werden. Klaus Schwarz

Aufnahme in die DKMS ist möglich jeweils dienstags von 9 bis 14 Uhr im Haus 11 (Pavillon), Ambulanz der Einheit für Knochenmarktransplantation der 5. Medizin im Nord-Klinikum, Prof.-Ernst-Nathan-Straße 1, 90340 Nürnberg, Tel. 3 98-36 50.
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