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Zitat aus Mainpost, 19. April 2004:

Junge stellten die größte Gruppe

Main-Spessart - Die Typisierungsaktion in den drei Krankenhäusern Karlstadt, Lohr und Marktheidenfeld werten Professor Dr. Markus Böck von der Universität Würzburg und Maria Schneider, Organisatorin der Aktion "Hoffnung" im Landkreis Main-Spessart, als Erfolg.

625 Menschen zwischen 18 und 55 Jahren folgten am Sonntag dem Aufruf, sich mit einer Blutentnahme in der Knochenmarkspenderdatei weltweit eintragen zu lassen. Die 18- bis 25-Jährigen stellten die größte Altersgruppe. Ziel der Aktion "Hoffnung" war es, den Kampf gegen die Leukämie zu verstärken, diese Blutkrebserkrankung, die auch in Main-Spessart in den letzten Jahren ihre Opfer gefunden hatte (wir berichteten). Die Typisierungsaktion am Sonntag war die fünfte in Main-Spessart seit 1997.

Über 80 Personen arbeiteten in den drei Krankenhäusern von 10 bis 16 Uhr ehrenamtlich und unermüdlich. "Es waren Ärzte aus den drei Krankenhäusern wie auch das Pflege-, Verwaltungs- und Küchenpersonal. Zudem hatte ich meine Mannschaft aus der Universitätsklinik dabei, erzählt der ärztliche Leiter der Aktion, Dr. Markus Böck. Er ist der Leiter der Transfusionsmedizin der Uni Würzburg. "Mit den 625 Neuspendern haben wir in unserer Datei die 10 000-Marke fast erreicht."

Selbstverständlich gehen alle Ergebnisse der 625 Blutanalysen an die Zentrale der Knochenmarkspenderdatei in Ulm, bei der weltweit mögliche Stammzellenspender abgerufen werden.

Dr. Markus Böck sieht die Anzahl der Menschen, die sich am Sonntag registrieren ließen, statistisch positiv: "Statistisch gesehen werden im Laufe der nächsten Jahre sechs Personen, die sich registrieren ließen, für irgendeinen Leukämie-Patienten in der Welt Stammzellen spenden und vermutlich sechs Leben retten. Und dafür lohnt sich jeder Aufwand. "

Am Sonntag selbst weitete Professor Dr. Böck die Werbung auf den Rundfunk aus und erreichte so noch einige Spender mehr. Spontan verteilte Maria Schneider mit ihrem Team vom Karlstadter Krankenhaus Handzettel in der Karlstadter Altstadt.

Allein im Karlstadter Krankenhaus lösten sich 14 Ärzte in zwei Schichten ab. Hier hatten Dr. Markus Böck und die Mitarbeiter des Vereins "Hilfe für Anja", die die Aktion "Hoffnung" mitorganisiert, ihre Koordinationszentrale. Wie in Karlstadt lief es auch in den Krankenhäusern Lohr und Marktheidenfeld ab:

Das Verwaltungspersonal und der Verein "Hilfe für Anja" begrüßten die Spender und beantworteten erste Fragen. Zudem stellten sich in Karlstadt die Stammzellenspenderin Andrea Metzger und ein Empfänger, also ein ehemaliger Leukämiekranker, allen Fragen, die sich besonders darum drehten, was einen Spender erwartet, wenn er ausersehen ist, seine Stammzellen weiterzugeben.

Nach der Aufnahme der Personalien warteten auch schon Ärzte und Fachpflegekräfte, eine Ampulle Blut für die Typisierung abzugeben. Es gab Kaffee und Kuchen, was noch einmal die Spendenboxen vor Ort füllte. Das Küchenpersonal legte eine Sonderschicht ein und bekochte alle Helfer an diesem Tag.

Einen Scheck über 1000 Euro reichte der Lions-Club Mittelmain-Karlstadt an Professor Böck und Michael Sporrer vom Verein "Hilfe für Anja" weiter, der für das Finanzielle der Aktion "Hoffnung" zuständig ist.

Im Vorfeld der Typisierungsaktion kamen 49200 Euro an Spenden von Privatpersonen und Vereinen zusammen. Am Sonntag waren es in allen drei Krankenhäuser noch einmal 7000 Euro. Das überschüssige Geld wird für weitere Typisierungsaktionen in Franken verwendet.

Die Laboruntersuchung einer Blutprobe kostet 50 Euro. Für die Analyse des eigenen Blutes brachte eine 35-köpfige Gruppe aus dem Raum Müdesheim/Arnstein gleich ihre jeweils 50 Euro mit. Aus Müdesheim kommt der fünfjährige David, für den im Spätherbst die Aktion "Hoffnung" im Landkreis angelaufen war und der im Januar Stammzellen eines Spenders transplantiert bekam.

"Wir machen weiter", verspricht Professor Markus Böck, der die gute Zusammenarbeit zwischen seiner Abteilung und Maria Schneider, Leiterin der Verwaltung im Krankenhaus in Karlstadt, sowie allen drei Krankenhäusern ausdrücklich betont. "Ja, wir sind ein gutes Team", bezeugt auch Maria Schneider, auf deren Schulter die gesamte Organisation der Hilfsaktion in Main-Spessart lag, zusammen mit dem Verein "Hilfe für Anja", und die in den letzten Wochen fleißig Spenden entgegennahm.

Landrat Armin Grein, der die Schirmherrschaft inne hatte, dankte allen Spendern und Helfern für ihren Einsatz.
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